Dr. Klaus Heer

Blick am Abend vom 14. Juli 2011
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Wenn es mit dem Partner zu eng wird

Das Bett zu teilen hat bei Paaren Tradition, kann aber die Beziehung gefährden.

VON ADRIAN MANGOLD
Heer Heer, Sie sind Paartherapeut und haben täglich mit Ehepaaren und deren Problemen zu tun. Können Sie dieser These zustimmen?
Tatsächlich haben viele Männer einen aufreizend unbeirrbaren Schlaf in der Nacht. Weder ein schreiendes Kind noch das eigene Schnarchen vermag sie zu wecken. Das kann in der Tat die Frau und die Beziehung belasten.

Haben Sie schon Paare erlebt, deren Beziehung am schlechten Schlaf gescheitert ist?
Nein, so zerbrechlich ist keine Ehe. Meistens wirken zwei, drei Beziehungskiller zusammen, um ein Paar hopsgehen zu lassen.

Getrennt schlafen in einer Beziehung: Ist das in der heutigen Zeit wirklich noch ein gesellschaftliches Tabu?
Getrennte Schlafzimmer machen eher Angst: Man fürchtet, die nächtliche Distanz könnte der Anfang vom Ende sein. Gefährlicher ist aber, sich Tag und Nacht auf die Pelle zu rücken. Da kann es schon mal krachen.

Was tun, wenn das Schlafen im gemeinsamen Bett nicht klappt, aber man nicht getrennt schlafen will?
Wagen Sie es trotzdem! Entwickeln sie eine lockere Einladungs- und Besuchskultur, statt einander auch nachts zu plagen. Wissen Sie noch, wie aufregend das klang, als sie noch verliebt waren: «Zu dir oder zu mir?»
Dr. Klaus Heer: Psychologe – Paartherapeut – Autor  © 2017