Dr. Klaus Heer

Der Bund vom 6. November 2012
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«Darmflora müsste man sein»

15 Fragen an KLAUS HEER
Wie würden Sie Ihren momentanen Geisteszustand beschreiben?
Weniger verblendet als früher, aber immer noch blind genug.

Was möchten Sie sein?
Die verwöhnte Darmflora eines behornten Bio-Rinds auf dem Demeterhof von Martin Ott in Rheinau.

Welchen Luxus leisten Sie sich?
Ich lebe so, dass ich auf Ferien pfeifen kann.

Ihre Lieblingsfigur in der Geschichte?
Der Bürgerschreck Diogenes von Sinope. Der griechische Philosoph hauste in einem Vorratsfass und schwärmte dort von Freiheit, Bewusstheit und Freude am genügsamen Leben.

Ihre Helden in der Gegenwart?
Diese laubblasenden Strassenarbeiter, die unbeirrt vom Unmut der Städter ohrenbetäubenden sinnlosen Krach machen. Weil sie müssen.

Ihre Lieblingstugend?
Die Todsünde Faulheit. Ich habe aber keine Zeit für sie. Und überdies schäme ich mich ihrer.

Ihr grösster Fehler?
Dass ich den Fehler nicht loswerde, mir meine Fehler übel zu nehmen.
Lieben Sie jemanden?
Ja. Irrtum vorbehalten.

Und woraus schliessen Sie das?
Ich strenge mich dauernd an, leider oft vergeblich, diesen geliebten Menschen so zu belassen, wie er ist.

Was verabscheuen Sie am meisten?

Die Typen, die mit ihren Yamahas und Suzukis durchs Haslital röhren. Ebenso wenig mag ich rot lackierte Zehennägel, die anmutige Frauenfüsse verunstalten.

Welche Gabe möchten Sie besitzen?

Die Gabe, keine zusätzlichen Gaben besitzen zu wollen.

Wem wären Sie lieber nie begegnet?
A. B. aus C. (Initialen geändert).

Angenommen, Sie wären König der Schweiz: Was würden Sie als Erstes befehlen?

Das bedingungslose Grundeinkommen.

Hinter welches Geheimnis möchten Sie kommen? Hinter gar keines. Mit sorgsam gehüteten Geheimnissen lebt es sich manchmal besser als mit überstürzt gelüfteten.

Wie möchten Sie sterben?
Am liebsten liebevoll palliativ, möglichst ohne Flüssigkeit und Sauerstoff. Exit wäre auch nicht übel, wenns mir zu viel wird.

Dr. Klaus Heer: Psychologe – Paartherapeut – Autor  © 2017