Dr. Klaus Heer

Blick vom 16. April 2016
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Zusammen, was nicht zusammen passt?

VON BARBARA LIENHARD
Sie ist eine sportliche Strahlefrau, er ein bulliger Bad Boy. Zusammen sind Cameron Diaz (43) und Benji Madden (37) ein eigenartiges Paar. Genauso das Ex-Model Jerry Hall (59) und ihr frisch Angetrauter, der Medienmogul Rupert Murdoch (85). Sie zu glamourös, zu schön, er zu konservativ, zu alt. Beides sind Paare, die irritieren und sogar kultivierte Zeitgenossen zu flapsigen Bemerkung animieren. Aber wieso bloss? Was fasziniert uns so sehr an Paaren, die von aussen betrachtet nicht zusammenpassen?

08/15-Vorstellungen bei der Partnerwahl

«Sie brechen die stereotypen Bilder, die wir von Mann-Frau-Zweisamkeit im Kopf haben», erklärt Paartherapeut Klaus Heer (72). «Die meisten richten ihre eigene Partnerwahl nach 08/15-Vorstellungen. Das Ergebnis ist eine verkitschte allgemeine Pärchen-Kultur. Alle versuchen krampfhaft, die Abweichungen von dieser Matching-Norm so klein wie möglich zu halten.» Paare, die sich nicht an dieses ungeschriebene Gesetz der Harmonie halten, provozieren.

Die Liebe macht was sie will

Wladimir Klitschko (40) und seine 43 Zentimeter kleinere Partnerin Hayden Panettiere (26) beispielsweise. «Statistisch und genetisch tendieren wir zu Liebespartnern, die ungefähr gleich gross sind wie wir», sagt Heer. Das gilt auch für die Attraktivität. Es gibt Studien, die belegen, dass sich Menschen ähnlich attraktive Partner suchen. Aber natürlich sind auch Alter, Herkunft und sozialer Status Faktoren, die zählen. Alexander Pereira (68) und seine fast 40 Jahre jüngere Partnerin Daniela Weisser (29) stimmen in keinem der Punkte überein. Trotzdem sind sie seit neun Jahren ein Paar. Denn die Liebe macht, zum Glück, was sie will.
Dr. Klaus Heer: Psychologe – Paartherapeut – Autor  © 2017